Im ersten Teil der Reihe „Ausbildung zum Masseur“ haben wir uns mit der Lehre zum Gewerblichen Masseur beschäftigt. Diesmal stelle ich euch die Alternative zum Lehrberuf, den Medizinischen Masseur, vor.

Voraussetzungen

Das Mindestalter von 17 Jahren ist auch für den Medizinischen Masseur vorgeschrieben. Die Ausbildung wird vom WIFI und diversen privaten Massage-Schulen angeboten. Die Ausbildung selbst dauert 6 Monate mit einem anschließenden Praktikum von ca. 5 Monaten in einem Kurzentrum oder ähnlichen medizinischen Einrichtungen.

Lehrinhalte

Die 6-monatige Ausbildung beinhaltet in erster Linie die Fächer Anatomie (Lehre vom Körperaufbau), Physiologie (Lehre der Körperfunktionen) und die Praxisausbildung. Daneben werden noch Packungen, Bäder, Elektrotherapie und Hygiene unterrichtet. Manche Fächer werden bereits während der ersten 6 Monate mit einer Prüfung abgeschlossen.

Die Praxis besteht aus 6-7 verschiedenen Massagen:

Das Praktikum

Für das Praktikum ist ein Kurzentrum oder eine ähnliche medizinische Einrichtung vorgesehen. Die Dauer beträgt 800 Stunden für die Massagen. Für Elektrotherapie, Bäder und Packungen werden extra Praktikumsstunden verlangt. Für die Praxisstunden erhält man meist eine vorgefertigte Aufstellung, in der man seine Stunden einträgt und oft auch vom Praxisbetrieb bestätigen lässt. Im Praktikum sind sämtliche erlernten Massagen am Patienten durchzuführen und nebenbei heißt es fleißig lernen für die Abschlussprüfung.

Die Abschlussprüfung
Nach dem Praktikum genießt man kurz seine Lernferien und dann steht auch schon die Abschlussprüfung an. Diese setzt sich aus einem schriftlichen und praktischen Teil, sowie einem Fachgespräch zusammen. Wenn man die Prüfungskommission von seinen Talenten und seinem Wissen überzeugt hat, darf man den Titel „Medizinischer Masseur“ tragen.

Der Medizinische Masseur arbeitet laut Berufsgesetz ausschließlich am Patienten, sprich nach ärztlicher Verordnung unter Aufsicht eines Arztes, Physiotherapeuten oder Heilmasseur. Um auch am „Gesunden“ arbeiten zu dürfen ist die Befähigungsprüfung vorgeschrieben. Mehr zur Befähigungsprüfung erfahrt ihr im nächsten Teil der Serie „Ausbildung zum Masseur“.

Medizinischer Masseur kontra Lehrberuf

Medizinischer Masseur

Die Vorteile:

  • 6-7 erlernte Massagen während der Ausbildung.
  • Zusatzausbildung in den Bereichen Packungen, Elektrotherapie und Bäder.

Die Nachteile:

  • Die Ausbildung ist sehr kostenintensiv.
  • Das Praktikum ist meistens unentgeltlich.
  • Patientenkontakt erst ab dem Praktikum.
Lehrberuf

Die Vorteile:

  • Kontakt zum Kunden bereits ab den ersten Tagen.
  • Lehrlingsentschädigung.
  • Praxisorientierte Ausbildung.

Die Nachteile:

  • Es wird nur die Klassische Massage als vollwertig anerkannt.
  • Alle anderen Massagetechniken sind zusätzlich in Kursen zu erlernen und zu bezahlen.
  • Für Zusatzausbildungen, wie zum Beispiel die Elektrotherapie und Bäder sind separat Kurse nötig.

Solltet ihr noch weitere Fragen zur Ausbildung oder zu möglichen Praktikumsbetrieben für den Medizinischen Masseur haben, stehe ich euch gerne für ein persönliches Gespräch oder telefonisch zur Verfügung.

 

3 Comments

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  1. Dieser Artikel ist eine gute Erstinformation für alle die sich für die Ausbildung zum Medizinischem Masseur interessieren. Ich habe ihn an meine kleine Kusine weitergeleitet die begonnen hat sich in diese Richtung zu informieren.

    Lg Steffi

  2. Der Post ist wirklich sehr informativ. Beschäftige mich jetzt schon eine Weile mit der Überlegung eine Ausbildung in diese Richtung zu machen. Bisher habe ich mich vor allem auf der Seite von http://www.bergler.at informiert, der wohl ziemlich gut ist zumindest findet man diese Webseite oft im Internet. Gibt es bei Ihnen auch einen Schnuppertag?

    Ich glaube es wird immer Vor- und Nachteile geben egal wie man sich entscheidet, entscheidend ist doch was man letztendlich mit der Ausbildung macht.
    LG